Manch einer mag sich vielleicht fragen: "Was hast du bloß immer mit diesem 3tags, Tigga?" - "Was soll daran so toll sein? Versteh ich nicht!" - "Außerdem ist das alles in Englisch und so." Ich will mit diesem Beitrag mal meine höchstsubjektive und persönliche Sichtweise auf 3tags wiedergeben und hoffe, dass es dadurch ein wenig verständlicher und deutlicher wird "was ICH bloß immer mit diesem 3tags habe" - vielleicht erweitert sich dadurch auch die ein oder andere Sichtweise.

3tagsperience eines Early Adopters

Veränderung ist Leben - Leben ist 3tags

Für mich selbst ein wenig unglaublich, aber seit über 2 Jahren bin ich hier - auf 3tags. 2014 steckte 3tags noch in den sprichwörtlichen Entwickler-Kinderschuhen.^^ Vieles was die Plattform zu dem macht was sie ist, war 2014 noch nicht entwickelt. Das Design änderte sich bis zum Verlassen der Betaphase öfters und erhielt im letzten Jahr dann sein bis dato sehr ansprechendes und klar strukturiertes Aussehen. Neben dem Design verbesserte sich auch stetig die Usability - zum Wohle des Users - ist ja nicht auf allen Plattformen der Fall. Normalerweise steigt ein Großteil der User ein, wenn sprichwörtlich alles bereits den Bach runter geht. Von daher hat es hat schon was ein Early Adopter zu sein und die stetige Veränderung der Plattform bis zum Erreichen der Beta-Phase und darüber hinaus miterleben zu dürfen.

Hab die Wayback Machine angeworfen und ein wenig in der 3t-Vergangenheit gestöbert - ist ein bisschen wie Kinderfotos ansehen und in Erinnerungen schwelgen.^^ [zufällige Zeiträume ausgewählt, Screens gemacht und gif erstellt]

 


Try 'n' Error

Was ist dieses 3tags eigentlich?

3tags ist als soziales Netzwerk mit einer reddit-ähnlichen Struktur gestartet, welche es dir ermöglicht Leute zu treffen (und zu folgen), die sich für die gleichen Themen (Tags) wie du interessieren. In den (ebenfalls folgbaren) Tags kann man Wissen (Stories/Ideen/Informationen) teilen und sich mit Gleichgesinnten darüber z.B. via Kommentare oder Private Nachrichten austauschen - Artikel und Kommentare sind jederzeit editierbar.


Bloggen wollte ich schon* immer (*fast)

Am Anfang teilte und kuratierte ich Zeug was ich im Internet fand, an selbst etwas schreiben oder bloggen war nicht zu denken, wenngleich ich den Wunsch seit einigen Jahren mit mir rumtrug. Vor ca. 8 Jahren weckte den Wunsch ein Blogger, der inzwischen verstorben ist - seit dem ist der Blog eine Content-Recycling-Station geworden, was daran liegt, dass die (geo-)politischen Analysen des Betreibers fehlen. Den Schreibstil des Bloggers fand ich unkonventionell und erfrischend gegenüber den aalglatten von Tech-Bloggern oder so - Nichts für ungut, liegt wahrscheinlich an der Thematik. Im Grunde wollte ich so oder so ähnlich schreiben, deshalb eröffnete ich irgendwann danach einige Blogleichen im Neuland - sucht gar nicht erst danach: 404 Content not found.^^

Jedenfalls stellte ich mit zunehmenden Wissen (das ich übrigens auch 3tags zu verdanken habe) fest, dass die Sichtweise des Bloggers wohl recht einseitig, wenn auch nicht grundfalsch, war - ähnlich den ideologischen Scheuklappen, Echokammern und Filterblasen von heute. Man muss sich selbst auch erst bewusst machen, dass man ein Mindset angenommen hat das gewollt ist - das ist in etwa so wie wenn viele Leute sofort an Facebook oder Twitter denken, wenn sie soziales Netzwerk hören oder an Google denken, wenn jemand vom Internet spricht.


Wissen verändert oder auch alles ist ein Prozess

Viele Dinge, die ich am Anfang meiner 3tagsReise gepostet habe würde ich inzwischen nicht mehr unbedingt posten - das ist auch eine dieser faszinierenden Wirkungen von 3tags: Standpunkte verändern/erweitern sich (durch Wissen) und mit ihnen veränderst Du Dich und/oder umgekehrt - vorausgesetzt Du erträgst andere Standpunkte.

Nach den über 2 Jahren die ich jetzt bei 3tags bin, habe ich viel gelernt über mich, über andere Menschen, über technologische Entwicklungen und wissenschaftliche Forschungen.

Sich Wissen anzueignen ist immer ein Prozess der nie endet oder wie Konfuzius sagt: "Der Weg ist das Ziel". Der Prozess beginnt immer mit Themen, die einen höchstselbst interessieren und erweitert sich dann praktisch durch das zugewonnene Wissen. Das scheinbar immer mehr Menschen sich diesem Wachstumsprozess verwehren und sich lieber mit scheiße zudröhnen.. leider... ist für mich schwer nachvollziehbar. Ja, liebe Me First-Generation - an euch denke ich hier im Speziellen.^^ Wie auch immer, nur wenn wir uns (selbst) verändern bzw. zu uns finden, kann jeder von uns aus seinen Mindset-Gefängnis ausbrechen und neue Lösungen finden als die allseits bekannten - 3tags kann dabei ein Begleiter sein. Es liegt ganz bei dir.


Alles eine Frage der Zeit

Da alles auch immer eine Art Prozess ist, war es im nachhinein betrachtet absehbar, dass der Wunsch etwas Eigenes beizutragen, stetig wuchs bzw. er war ja schon da, aber ich musste erst herausfinden, was ich überhaupt schreiben möchte - im Grunde suche ich noch immer danach. Das Schreiben von eigenen Posts schlich sich dann so nach und nach fast unmerklich ein, nachdem ich 3tags Mitglieder mit Memes, einer Infographic und div. HomeBase (die meine Kreativität und mein Englisch gleichermaßen fordern) erfreuen durfte, kam dann irgendwann die noch recht unperfekten Randnotizen hinzu, bei denen am Anfang noch nichts wirklich stimmig war. Es war anfangs mehr oder weniger ein weiterer Test. Die Idee ist darauf zurück zuführen, dass ich mir beiläufig am Rand etwas in einem Texteditor notierte - etwas was ich eigentlich twittern wollte - und mir dann dachte ich poste das auf 3tags und teile es dann via Twitter. Im Grunde gäbe es ohne 3tags keine Randnotizen. Etwa zur gleichen Zeit als (s)ich Randnotizen entwickelte(n), erweiterte 3tags die Funktionspalette um die Protags. Die Protags sind sehr gut geeignet für Blogger (oder die es werden wollen), die so ohne viel Aufwand ihren persönlichen Protag/Blog eine permanente Anlaufstelle geben können ohne so wie ich zig Blogleichen zu generieren, als auch für Leute, die sich zu einem Themenkomplex zusammenfinden um zu schreiben.

Mit dem Inhalt hatte ich am Anfang so meine Schwierigkeiten, nicht mit dem Erstellen von Beiträgen - das war nach Verinnerlichung der Markdown-Skills kein Problem. Jetzt mit dem leicht und intuitiv bedienbaren WYSIWYG-Editor kann man sich noch mehr auf das konzentrieren was notwendig ist um ansprechende Texte zu gestalten: das Schreiben selbst.^^ ... und genau das war das Problem als ich mit dem schreiben anfing. Die anfängliche Euphorie etwas Eigenes zu erschaffen, stieß irgendwann auf handwerkliche Unzulänglichkeiten, mit denen ich noch immer kämpfe - Das frustriert immer ein wenig, aber als Schreibanfänger muss man darüber hinweg schreiben. Das setzt Geduld, Willen und ja auch ein wenig Kreativität und Neugier voraus - das sollte man als Mitglied bei 3tags sowieso mitbringen.

Während ich zu Beginn hauptsächlich Content kuratierte hat sich das Verhältnis inzwischen so verschoben das das meiste was ich auf 3tags poste auf meinen Mist gewachsen ist - so kanns gehen und was soll ich sagen das erfüllt mich tiefster Freude. Vollkommen egal wie oft ich um und mit Wörtern kämpfen muss bis ich einen fertigen Text habe, den ich dann mit einer gesunden Portion "Don't give a fuck" absenden kann. Der Effekt ist, dass ich meine Gedanken "loswerden" und bei Bedarf immer wieder verlinken und nachlesen kann - außerdem können andere User mit meinen Gedanken in Aktion treten. 3tags gibt dir als Plattform einen höchstansehnlichen Rahmen - was will ich mehr?


Jeder hat etwas zu erzählen oder auch deine Story zählt

Egal, worüber du schreibst, du findest auf 3tags einen Platz dafür. Du musst dich nur trauen und dich auf deine persönliche 3tagsReise begeben. Jeder hat Stories, die es wert sind erzählt zu werden - auch wenn ich am Anfang nicht so recht wusste über was ich eigentlich schreiben will. Aber eines kann ich sagen Schreiben hilft beim klarer Denken und erdet, zudem schult es ungemein und die Übung sorgt dafür, dass man praktisch nur besser werden kann. Schreiben kann auch etwas meditatives haben und so von Gedankenballast befreien.

Nach meiner höchst subjektiven Wahrnehmung gibt es verhältnismäßig wenig qualitativ hochwertigen deutschen Content, der auch noch das impliziert was ich selbst gerne lesen möchte - das fängt mit Clickbait an und hört mit Nachrichten auf - dazwischen ist nicht viel was es Wert ist zu konsumieren. Also bleibt einem irgendwann nichts anderes übrig als selbst das zu schreiben was man lesen möchte. Dabei gibt es mindestens 3 Kategorien über was man schreiben könnte:

  • Schreib worüber du dich auskennst
  • Schreib über das was dich interessiert
  • Schreib über das was dich beschäftigt


Die "richtige" Einstellung ist wichtig

Ich könnte mir hier jetzt die Hand wund tippen was die "richtige" Einstellung für 3tags ist. Aber wenn Du keine Zeit hast, was dazu zu lernen, andere mit deinen Wissen zu bereichern oder dir die üblichen Mainstream Netzwerke wichtiger sind, dann kann ich hier schreiben was ich will. Vielleicht nickst Du zustimmend hier und da, aber wirst nicht aktiv, weil dir die "richtige" Einstellung fehlt und die kann ich nicht herzaubern. 

Egal, was du hier auf 3tags machst, du kannst nur gewinnen und dabei geht es nicht darum, möglichst viele Follower oder Upvotes zu bekommen - das sind Kenngrößen mit denen sich Menschen messen um sich dann wichtiger als andere zu fühlen - das ist Ego. Ich bin nicht mein 3tags Account, ich bin das woran ich wachsen kann - an selbst gestellten Aufgaben z.B. Themen, die recherchiere, weil sie mich interessieren oder ich erweitere meinen Horizont, in dem ich Beiträge lese, die eine andere Betrachtungsweise auf Themen bietet.

Mit 3tags kannst du gezielt dein Wissen in unterschiedlichen Bereichen vergrößern in dem zu interessanten Leuten oder Tags folgst und du kannst auch anderen Menschen helfen, in dem du Wissen teilst. Je breiter dein Wissen ist, welches du erworben hast, umso einfacher wird es dir fallen, Schwachsinn in der Politik oder Medien zu entlarven - hübscher Nebeneffekt, nicht wahr?^^

Als ich mich vor zwei Jahren zu 3tags gesellte war es bereits sehr englischlastig - was für mich nie das Problem war -> Einstellung ;) Ich war eigentlich nie wirklich schlecht in Englisch - witzigerweise war ich in Deutsch schlechter, wobei man das an meinem Texten merken könnte... oh äh.^^ Aber selbst ne 1 in Englisch bedeutet nicht zwangsläufig, dass du es auch fließend schreiben/sprechen kannst. Das mag auf einigen Schulen so (gewesen) sein - meine persönliche Erfahrung war aber eine andere. Das Sprachgefühl kommt erst durch Learning by Doing - ein Auslandsaufenthalt ist dafür sicherlich am besten geeignet, aber ein 3tags Account tut's auch und ist kostenlos.^^ Nichts hilft mehr beim Sprachen lernen oder auffrischen, wenn man sich mit Zeug beschäftigt, dass einen interessiert - und die Möglichkeit bietet dir 3tags. In dem du Tags folgst, die deinen Interessen entsprechen und dann einfach liest. Gerade, wenn du so wie ich ein wenig aus der Übung bist, ist es am Anfang etwas frustrierend, aber da muss man durch und das geht nur mit der richtigen Einstellung, sonst verliert man einfach zu schnell die Lust.



Das Fazit oder auch "Tigga, hör auf zu schwafeln, komm zum Punkt"

Ja doch!

Ich hab in den zwei Jahren, die ich bei 3tags bin, eine Menge gelernt - über mich, über technologische Entwicklungen, wissenschaftliche Forschungen, psychologische Erkenntnisse und und und... das alles aufzuzählen ist mir unmöglich - und das nicht nur weil 3tags ein sehr weiteres Spektrum an Themen abdeckt. Im gleichen Zeitraum bei Facebook & Co. würde ich jetzt dank Algorithmus und anderer technischer Filter in einer Echokammer stecken, die mir meine Weltanschauung wiederkäut - bei 3tags gibt es das nicht. Hier sitzt auch niemand im Hintergrund, der manipuliert was du zu sehen bekommst oder deine Ansichten so formt, dass es etwaigen globalen Interessen dienlich ist - was nicht zuletzt daran liegt, dass 3tags NICHT mit dem Geld von Risikokapitalgebern gepampert ist. Du entscheidest durch dein Follow-Willen (egal ob Leute oder Tags) was du in deinem persönlichen Feed sehen willst. 3tags ist so hervorragend dafür geeignet Neues zu entdecken und das eigene Wissen zu erweitern. Du bekommst alles angezeigt, auch wenn die Sichtweise des Artikels, dir vielleicht nicht gefallen wird - aber so ist das halt.^^

3tags hat mir ermöglicht, dass ich es endlich schaffe meine Gedanken einen Rahmen zu geben, den sie verdienen. Es war ein recht langer Prozess, aber weil ich als Early Adopter mit den Möglichkeiten, die die Plattform bietet, mitwachsen konnte - konnten sich auch meine Fähigkeiten mitentwickeln - dafür bin ich sehr dankbar. Ich bin fest davon überzeugt, dass es ohne 3tags die Randnotizen nicht gäbe.

3tags war wahrscheinlich genau die Plattform, die ich gesucht habe. Ich möchte 3tags nicht missen, mir würde einfach irgendwas fehlen. Der größte Reiz ist etwas neues zu lernen, etwas eigenes zu erschaffen - und auch mein Englisch zu verbessern, das ich zugegebenermaßen vor 3tags recht wenig benutzt habe, inzwischen brauch ich es ständig - das ist toll.^^ Durchs Schreiben auf 3tags kann man sich seiner unendlich vielen Gedanken entledigen und wenn sich daraus für den einen oder anderen neue Sichtweisen auftun, kann man schon von einer Art Symbiose sprechen. Man kann also nur gewinnen...

Thanks for letting me enhance my 3tagsperience ;)


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